Mo 9 Jan 2012
Vaudeville Theater – Entstehung, klassiche Elemente und Besonderheiten
Geschrieben von admin unter Jonglage
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Vaudeville ist ein ursprünglich aus der nordfranzösischen Landschaft Val de Vire stammendes, volkstümliches Lied (Trinklied, Gassenhauer). Ab dem 18. Jahrhundert bezeichnete Vaudeville eine leichte Komödie mit spottenden Liedeinlagen, die auch vom Publikum mitgesungen wurden. Diese Stücke wurden als pièces en vaudeville in den Pariser Vorstädten aufgeführt. Text und Handlung traten mehr und mehr in den Vordergrund, Liedeinlagen rückten an das Ende der Auftritte und Aufzüge.
Namhafte Autoren sind Alain-René Lesage (1668-1747), Louis Fuzelier (1672-1752), Alexis Piron (1689-1733), Charles Simon Favart (1710-92), Jacques Autreu (1657-1745). Im Jahr 1792 gründete Pierre Barré (1750-1832) das erste Vaudeville Theater in der Rue de Chartres und verfasste zusammen mit den beiden anderen Autoren Radet (1751-1831) und Desfontaines (1733-1835) zahlreiche Vaudevilles – etwa Arlequin afficheur, Le mariage de Scarron, René le Sage oder Gaspard l’Avisé. Ab 1815 übernahm Antoine Désaugiers (1772-1827), selbst Verfasser einiger Vaudeville-Werke, die Leitung des Theaters und führte auch Werke des wohl berühmtesten Vaudeville Autors der 1. Hälfte des 19. Jh. auf. Hierbei handelt es sich um Eugène Scribe (1791-1861), der in seiner Antrittsrede zur Comédie Francaise diese Vaudeville Gattung verteidigte. In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts erfuhr das Vaudeville unter dem Second Empire seine eigentliche Glanzzeit mit den Werken von Eugène-Marin Labiche (1815-88), der zusammen mit seinen Mitarbeitern 168 Stücke, darunter mehr als 100 Comédie-Vaudevilles schrieb (Le chapeau de paille d’Ialie aus dem Jahr 1851; Le voyage de Monsieur Perrichon aus dem Jahr 1860; La cagnotte aus dem Jahr 1864). Letzter berühmer Autor von Vaudevilles war um 1900 Georges Feydeau (1862-1921).
Das Vaudeville trug in den 40er Jahren des 19. Jh. zum Verfall des Wiener Volkstheaters indirekt bei. Aber es war auch eine Wurzel der Opéra comique und der Operette.
Die amerikanische Version des Vaudeville Theaters übernahm vermutlich nur den Namen von den französischen Theatern. Diese Unterhaltungsform trat erstmals in den 1880er Jahren auf und gilt als eine der ersten Erscheinungen der Massenkultur. Die Theater zeichneten sich vor allem durch die voneinander unabhängigen Kurzdarbietungen aus, die dem Publikum geboten wurden. Oft wurde viele Stunden am Stück gespielt und die Zuschauer kamen und gingen in dieser Zeit,w ie es ihnen beliebte. Die Darbietungen umfassten unterschiedlichste Formen wie Sketche, Lieder, Tierdressuren oder Minstrel.
Die Entstehung des Tonfilms sowie die Wirtschaftskrise in den 1920er Jahren läutete schließlich das Ende des amerikanischen Vaudeville Theaters ein. Viele der damaligen Betreiber sattelten auf Film um und bauten Ihre Theater zu Kinos um.


