Fr 6 Jan 2012
Grock – Leben und Werk des berühmten Clowns
Geschrieben von admin unter Jonglage
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Charles Adrien Wettach, der später zur Clown-Legende Grock wurde, wurde am 10. Januar 1880 im überwiegend französischsprachigen Jura-Dorf Loveresse (Kanton Bern) als Sohn des eher mäßig erfolgreichen Akrobaten, Uhrmachers und Gastwirts Jean-Adolphe Wettach geboren. Seine ersten Lebensphasen verbrachte der junge Charles Adrien, dem seine Eltern Akrobatik, Musizieren und Sprachen beibrachten, vorwiegend in Biel. Hier führten die Eltern ein Speiselokal. Dort, im „Paradiesli“, trat Wettach gelegentlich als Artist, Musiker und Clown auf. Ausbildungen zum Uhrmacher und zum Hotelfachmann brach Adrien schnell ab. Adriens Mutter Cécile-Fanny verschaffte ihrem vielseitig begabten, aber zunächst noch orientierungslosen Sohn 1897 schließlich eine Anstellung als Hauslehrer in Ungarn.
Hier kam Wettach in Kontakt mit der Budapester Kunstszene. 1900 begann er von hier aus seine Zirkus-Karriere als Gruppenmitglied der „Alfredianos“. Zunächst tingelte er noch als zweitrangierter „Dummer August“ durch Europa. In Nimes trat er am 1. Oktober 1903 erstmalig, an der Seite des Clowns Brick, unter seinem späteren Markennamen „Grock“ bei „Brick & Grock, Musicals and Excentrics“ als Musikclown auf.
Der Durchbruch gelang Grock vier Jahre später als Partner des „Weißen Clowns“ Umberto Guillaume, genannt „Antonet“. Grock trat in einem um mehrere Nummern zu großen, durch eine Riesensicherheitsnadel fixierten Karo-Anzug auf. Absurd dimensionierte Schuhe, Watschelgang und eine Gummiglatze vervollständigten zusammen mit der kreideweiß geschminkten Mundpartie das Grock-typische Outfit. Ein Markenzeichen von ihm war die winzige Violine, die Grock in einem gigantischen Koffer mit sich führte.
Grock, der bald vor allem in Varietes und Music Halls auftrat, perfektionierte die ihm eigene Darstellung des naiven, kindlich-melancholischen, aber letztlich doch auch gewitzten Träumers an der Seite als Stichwortgeber fungierender Partner wie Géo Lolé oder Max von Embden, die den Part des Vernunftmenschens übernahmen. Weltberühmt wurden Grocks ungläubige Wortausbrüche wie „Nit möglich!“, die zu seiner Zeit zu geflügelten Worten der Alltagssprache wurden.
Grock, der 15 Instrumente beherrschte und auch als Komponist für U-Musik erfolgreich war, stieg in den 20er Jahren zu einem der bestbezahlten Unterhaltungsstars auf. Anfang der 1930er Jahre erlitt er als Produzent und Hauptdarsteller des autobiografischen UFA-Films „Grock- Der geniale Clown“ (1931, Regie: Carl Boese) einen wirtschaftlichen Rückschlag. Seiner Popularität als Musik-Clown und Clown-Artist tat dieser Flop allerdings kaum Abbruch.
1939 zog er sich in seine ausgedehnte Villen-Anlage im norditalienischen Riviera-Ort Oneglia (Imperia) zurück. Nach 1945 trat er in dem Film „Au revoir, Monsieur Grock“ (Frankreich 1949) auf und leitete ab 1951 ein eigenes Zirkusunternehmen.
1954 verabschiedete sich Grock in einer Gala-Vorstellung von seinem Publikum. Er vertrieb sich danach die Zeit mit Gärtnerei auf seinem Besitz in Oneglia. Aber immer wieder zog es ihn für gelegentliche TV-Gastauftritte und Benefiz-Veranstaltungen zurück auf die Bühne.
Mit 70 Jahren starb Adrien „Grock“ Wettach am 14. Juli 1959 an den Folgen einer Herzerkrankung. Er hinterließ seine Frau Ines Della Casa, mit der er seit 1923 verheiratet gewesen war.


