Das Barnum’s American Museum zählte einst zu den ungewöhnlichsten und beliebtesten Museen in den Vereinigten Staaten. Zwischen 1841 und 1865 war das New Yorker Museum am Broadway angesiedelt. Es wurde von Phineas Taylor Barnum, einem bekannten Zirkusbesitzer, gegründet und geführt. Im Stile eines Panoptikums präsentierte Barnums Museum den Besuchern damals nicht nur einfach Ausstellungsstücke aus der Geschichte. Vielmehr integrierte es Elemente aus Theater, Show, Wachsfigurenkabinett und Zoo.

Phineas Taylor Barnum
Der Gründer des ungewöhnlichen und sehr erfolgreichen Museums Phineas Taylor Barnum (1810 -1891) machte im 19. Jahrhundert in den USA als Pionier des modernen Zirkus Karriere. Der Gastwirtssohn zog 1834 nach New York und versuchte sich als Schausteller, nachdem er keine Arbeitsstelle gefunden hatte. Gleich sein erstes „Ausstellungsstück“ war eine Sensation: Die angeblich 161 Jahre alte Joyce Heth wurde dem Publikum als die Amme George Washingtons präsentiert. Die zahlenden Besucher unterhielt die alte Dame mit Anekdoten aus dem Leben George Washingtons. Mit dem Startkapital aus dieser ungewöhnlichen Attraktion finanzierte Barnum einen Wanderzirkus, mit dem er durch den Süden und Osten der USA zog. Mit Menschen- und Tiershows sowie allerlei Kuriositäten unterhielt Barnum sein Publikum und stieg zum selbst ernannten „König Humbug“ auf. Seine Popularität nutzte er auch für eine politische Karriere, in der er sich für die Abschaffung der Sklaverei einsetzte.

Geschichte von Barnum’s American Museum
Das von Barnum am Broadway gegründete Museum wurde zu einem Publikumserfolg. In den 23 Jahren seines Bestehens sollen es 38 Millionen Menschen besucht haben. Es erzielte einen Zuschauerschnitt von 15.000 Personen am Tag. Die Mischung aus Shows, Theater, völkerkundlicher Ausstellung und Kuriositätenkabinett war neuartig und spektakulär, auch wenn ihr wissenschaftlicher und kultureller Wert schon damals fragwürdig war. Bezeichnenderweise waren Seltenheit und dramaturgischer Wert eines Exponats die Kriterien, nach denen man die Ausstellung zusammenstellte. Exotische Musikinstrumente, ausgestopfte Vögel, ein Stadtmodell von Paris, die Büste eines „Kannibalenhäuptlings“, mechanische Figuren und Automaten, Skelette und Mumien, exotische Tiere wie Python und Orang-Utan, ein Flohzirkus, ein Bauchredner und ein Wahrsagerin – alles was nach damaligem Ermessen kurios oder neuartig war fand in Barnums Museum einen Platz. Besondere Berühmtheit erlangten die „lebenden Attraktionen“ des Museums. So beispielsweise der „Zwerg“ General Tom Thumb und seine Frau Lavinia Warren als das angeblich kleinste Paar der Welt. Ein Publikumsmagnet waren auch die sich dauernd streitenden Siamesischen Zwillinge Eng und Chang. Den dicksten Mann der Welt konnte Barnum nur als Wachsfigur ausstellen, die allerdings mit der Originalkleidung versehen wurde.

Das Ende des American Museum
Im Juli 1865 brannte Barnums Museum vollständig ab. Auch das wiedereröffnete Haus fiel drei Jahre später erneut einem Brand zum Opfer. Danach gab Barnum das Museum auf und widmete sich seiner Karriere als Zirkusdirektor und Politiker. Auf der Website der City University in New York kann man sich heute viele Bilddoukmente aus Barnums Musum ansehen.