Wenige haben Komiker auf der Welt mehr inspiriert als die US-amerikanische Komikertruppe die Marx Brothers, die ihre Höchstzeit in den 1920er bis 1930er Jahren durch Film-, Fernseh- und Theaterauftritte hatte und durch einen anarchischen Humor bestach.

Die Marx Brothers besitzen viele Besonderheiten, die sie zu einer der einflussreichsten Komikertruppen im 20. Jahrhundert machen. Eine von diesen liegt bereits in der Entstehungsgeschichte der Marx-Brothers. Sie stammen, wie der Name bereits erahnen lässt, tatsächlich aus derselben Familie. Ihre deutsche Mutter Minnie Schönberg kam im Jahr 1880 mit ihren Eltern und Geschwistern nach New York, USA. Dort heiratete sie Simon Samuel Marx, der ursprünglich aus dem damals deutschen Elsass stammte. In den Jahren 1987 bis 1901 gebar die junge Ehefrau fünf Söhne, Chico, Harpo, Groucho, Gummo und Zeppo, die Marx Brothers. Die junge Mutter verhalf ihrem Bruder den Schritt ins Showgeschäft und beschloss bereits früh, dass ihre Söhne ihm folgen sollten. So spielte Chico Klavier in Bars und der kleine Groucho erfreute das Publikum mit seiner Sopranstimme. Auch die anderen Söhne übernahmen bereits kleine Rollen. Als die Brüder erwachsen wurden, verlagerten sie den Schwerpunkt ihrer Aufführungen schließlich zu dem Bereich, der ihnen zum Weltrang verhalf: Komik mit Musikeinlagen. Dieses Erfolgskonzept verhalf ihnen zu ausverkauften Theaterauftritten, vielen Radioshows sowie insgesamt 13 Filmen.

Die Besetzung der Marx Brothers war kleinen Schwankungen unterworfen. So setzte sich der eigentliche Kern der Komikertruppe aus den drei Brüdern Groucho, Chico und Harpo zusammen. Groucho, der singende Zyniker, präsentierte sich charismatisch mit Brille, Zigarre und Schnurrbart. Chico, der italienische Klavierspieler, zeigte sich mit einem spitzen Hut. Die auffälligste Verkleidung besaß jedoch der Harfenist Harpo mit seinen hellroten Locken und einem großen Mantel, unter dem er alle möglichen skurrilen Objekte versteckt hatte. Er lächelte stets verschmitzt, sprach jedoch nicht. In den ersten fünf Filmproduktionen der Marx Brothers trat zudem Zeppo auf, welcher im Gegensatz zu seinen Brüdern keine Verkleidung verwendet. Er zog es jedoch vor hinter den Kulissen tätig zu werden. Er machte es damit seinem Bruder Gummo nach, der sich bereits vor der ersten Filmproduktion von dem Bühnenleben verabschiedet hatte.

Mit Ende des Zweiten Weltkrieges zog sich der größte Teil der Brüder Marx ins Pensionsleben zurück. Lediglich Groucho verblieb im Showgeschäft. Sein Wortwitz in seiner Fernseh- und Radiosendung machte ihn in den 1950er Jahren zu einem Publikumsliebling. Das eigentlich Besondere liegt jedoch in der Umstellung der Sendung von einem live gesendeten Format in eine aufgezeichnete Show. Der Grund dafür war der scharfe, ungezügelte Humor Grouchos. Ende der 1950er Jahre kam der renommierte Regisseur Billy Wilder auf die Marx Brothers für ein letztes Filmprojekt zu. Der bereits schlechte Gesundheitszustand von Chico machte eine Realisierung jedoch unmöglich. 1961 starb Chico und seine Brüder folgten ihm in den folgenden 18 Jahren.

Die Marx Brothers haben nachfolgende Komikergenerationen erheblich beeinflusst. Zudem zeigt sich ihre besondere Stellung innerhalb der Unterhaltungsindustrie dadurch, dass die Truppe auf Platz 20 in der Liste der bedeutendsten Filmlegenden aller Zeiten rangiert.