Fr 6 Jan 2012
Alexander “The Great” Herrmann – Sein Leben und seine berühmtesten Tricks
Geschrieben von admin unter Jonglage
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Alexander Herrmann war ein gefeierter Trickkünstler. Ihm wird die Erfindung zahlreicher berühmter Illusionen zugesprochen, wie der “Floating Boy” (schwimmender Junge) oder der “Bullet Catch” (Kugelfang) oder das “Card Throwing” (Kartenwurf-Tricks). Seine Bedeutung spiegelt sich in seinen Künstlernamen, er trat als Alexander the Great oder Herrmann the Great auf, mitunter auch als The Great Herrmann.
Alexander Herrmann wurde am 10. Februar 1844 in Paris geboren, als jüngster Nachkömmling nach sieben älteren Brüdern.
Der Weg zum Zauberkünstler war vorgezeichnet: Schon sein Vater Samuel, der eigentlich Arzt von Beruf war, hatte sich einen Namen als Hobbyzauberer machen können. Er soll als Zauberer sehr erfolgreich durch Europa gezogen sein. Die Legende sagt, dass er der Lieblingsmagier des türkischen Sultans war und sogar von Napoleon zu einer Vorstellung eingeladen und mit einer goldenen Uhr belohnt wurde.
Schon Alexanders Bruder Carl Compars, der älteste Nachkömmling der Familie (geboren 1816), erlag der Magie der Zauberei. Sein Vater hatte ihm viele seiner magischen Tricks beigebracht, wollte seinen Sohn aber zum Mediziner ausbilden lassen. Carl Compars verließ jedoch schon bald die Medizinschule, um eine Karriere als Magier zu beginnen.
Nach Schulvorstellungen und privaten Engagements konnte er sich bis zu Theatervorstellungen hocharbeiten. Auch durch illegalen Erwerb einiger Tricks eines damals berühmten Zauberers konnte er 1848 seine eigene Tour starten. Diese Tour führte ihn 1853 nach Paris, wo er seinen jüngsten Bruder Alexander kennenlernte.
Carl Compars war begeistert von dessen Interesse an der Zauberei und nahm den Neunjährigen kurzerhand ohne Wissen der Eltern mit auf eine Tournee, die von Russland durch Deutschland, Österreich, Italien und Portugal führte und in Wien endete, wo sich Carl niederließ. Während der Tourneezeit hatte Carl viel Wissen an seinen kleinen Bruder weitergegeben, der nach der Heimkehr nach Paris Vater Samuel mit seinen Fähigkeiten beeindruckte. Samuel erlaubte Alexander, mit der Magie fortzufahren, gab ihm selbst weiter Unterricht und ließ ihn mit 11 Jahren zu Carl nach Wien fahren.
Hier besuchte Alexander zwar eine Schule, begleitete Carl Compars aber auf nahezu jeder Tournee und lernte sein gesamtes Programm von ihm. Bis 1860 traten die Brüder gemeinsam auf, auf der damaligen Tour durch die USA traten erstmals Rivalitäten auf, da Alexanders Fähigkeiten die seines Bruders inzwischen nicht selten übertrafen.
Das führte 1861 zur vorläufigen Trennung und zu Alexanders ersten eigenen Auftritten in Amerika, auch wenn die Brüder 1867 wieder gemeinsam in Wien auftraten. Von dort starteten sie eine zweite Amerikatournee, diese zweite Partnerschaft machte den Namen Herrmann in den USA gleichsam zum Synonym für Magie.
Trotzdem konnten die Brüder nicht auf Dauer zusammenarbeiten, Carl kehrte zurück zu seinen Europatouren. Alexander war erst in London erfolgreich, bis er sich um 1875 in amerikanischen Boston niederließ. Zu dieser Zeit ehelichte er auch die Tänzerin Adelaide Sessey, mit der zusammen er eine neue magische Show erarbeitete. Das war die Geburt von “Hermann the Great”, die Show beeindruckte die Amerikaner mit Manipulationskunststücken, Illusionen und einem Feuertanz von Adelaide.
Von nun an arbeitete Adelaide Herrmann als seine Assistentin, in den 1880ern lernte sie auf einer Europatournee Carl Hermann und seinen Zauberlehrling und Neffen Leon kennen.
Das Ehepaar trat gemeinsam auf, bis Alexander im Dezember 1896 überraschend einen Herzanfall erlag. Er war erst 53, seine gerade vierzigjährige Frau setzte die Show zunächst mit Neffe Leon Herrmann fort. Als der 1909 starb, arbeitete die “Queen of Magic” alleine weiter. Sie hielt den Namen Herrmann hoch, bis sie 75 Jahre alt war, erst drei Jahre vor ihrem Tod 1932 beendete sie die Show.


